Limbeck Weine - Qualitätsweine
Ein Plädoyer für gebietstypische Qualität

Lese 2010 - kleine Ernte mit großen Herausforderungen

In einem Punkt ist sich sicherlich ganz Österreich einig: Dieser Sommer war zu kurz.
Nach dem langen Winter und kühlen Frühlingsbeginn war die Sehnsucht nach frühsommerlichen Temperaturen groß. Die Hoffnungen schienen sich Ende April zu erfüllen. Wir wurden mit zwei angenehm warmen und sonnigen Wochen verwöhnt. Aber ausgerechnet im Wonnemonat Mai stellte sich die Wetterlage wieder um: Anhaltend kühles, regnerisches und stürmisches Wetter vertrieben jegliche Frühlingsgefühle und ließen angesichts des schwachen Traubenansatzes bereits erahnen, dass 2010 quantitativ kein großer Jahrgang wird.
Der Mai endete und der Juni startete zwar wieder mit frühsommerlicher Witterung. Doch ab Mitte Juni – genau zur Zeit der Weinblüte – kam es abermals zu einem Wettersturz, der zu Verrieselungen und damit geringem Fruchtansatz in den Weingärten führte. Im Juli war er schließlich endlich da – der lang ersehnte Hochsommer. Drei Wochen lang konnten Mensch und Natur Sonne und hohe Temperaturen genießen. Wie so oft in diesem Jahr wurde diese heiße Phase sehr plötzlich und massiv durch eine Kaltfront unterbrochen, die zum Glück nicht lange anhielt.

Der August verlief nicht mehr ganz so heiß, aber doch sehr sommerlich. Gewitter sorgten allerdings immer wieder für ungewöhnlich hohe Feuchtigkeit. Rasantes Wachstum im Weingarten war die Folge. Nun waren extremer Einsatz von Grünarbeit (ausdünnen, entblättern) und sorgfältige Pflanzenschutzmaßnahmen gefragt.

Ein schöner Herbst könnte doch der Lohn für diese Mühe und den extrem hohen Aufwand sein ...

Wunschgemäß kletterten die Temperaturen in der letzten Augustwoche an die 30 °, doch leider ging es nicht in dieser Tonart weiter. Wieder einmal folgte eine massive Abkühlung. Reifekontrollen programmierten die Ernte für die dritte Septemberwoche. Angesichts der Botrytis-Gefahr wurde bereits ein paar Tage vorher als ursprünglich geplant mit der Ernte des Zweigelt begonnen. Nun war doch das Glück auf der Seite der Weinbauern: In dieser Woche zeigte sich der Altweibersommer von seiner besten Seite. Sie wurde genützt um den Großteil der Trauben einzubringen. Lediglich Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon sollten zu einem späteren Zeitpunkt geerntet werden.

Während der Lese bedurfte es noch einmal höchster Konzentration im Weingarten: sorgfältig wurden Botrytis-befallene Trauben vor Ort selektioniert, um möglichst gesundes Traubenmaterial einzufahren. Nun trat die tatsächliche Dimension der Ertragseinbußen voll zu Tage: Mengeneinbußen zwischen 30 – 50% vor allem beim Weißwein sind zu verzeichnen.

Mit der Qualität sind wir angesichts der extrem schwierigen klimatischen Voraussetzungen zufrieden. Jedenfalls wird 2010 ein sehr interessanter Jahrgang, der für unsere Gegend zwar atypische aber durchaus reizvolle Merkmale aufweist: durch den langsamen Reifeverlauf der Trauben ist die Frucht besonders intensiv ausgeprägt, die Säure ist höher, Extrakt und Alkoholgehalt niedriger als bisher gewohnt. Die Farbausbeute bei den Rotweinen ist gut. Wir freuen uns auf fruchtige, trinkfreudige Weine.


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